Arterien

Die Ar­te­rio­skle­ro­se ist eine häu­fi­ge Ur­sa­che für Herz-Kreis­lauf-Er­kran­kun­gen. Ver­eng­te Bein­ar­te­ri­en, die Er­wei­te­rung der Bauch­schlag­ader, Ver­en­gun­gen oder Ver­schlüs­se der hirn­ver­sor­gen­den Ar­te­ri­en, Ver­en­gun­gen der Nie­ren­ar­te­ri­en – um nur die häu­figs­ten Er­schei­nungs­for­men zu nen­nen – sind Ur­sa­che für viele akute und chro­ni­sche Krank­heits­bil­der wie zum Bei­spiel:

 

  1. Aortenaneurysma (Aussackung der Hauptschlagader)

Bei einem Aortenaneurysma handelt es sich um eine Aussackung der Bauchschlagader, meistens, wie bei der Durchblutungsstörung der Beine, entstanden im Rahmen der Gefäßablagerungen (Arteriosklerose). Die Gefahr einer solchen Aussackung liegt darin, dass es zur Zerreißung der Bauchschlagader in diesem Bereich kommen kann. Der berühmte Wissenschaftler, Albert Einstein, starb 1955 an einem geplatzten Bauchaortenaneurysma. Die Entstehung und das Fortschreiten der Aussackung geschieht fast immer ohne Vorwarnung und Beschwerden. Wenn die Beschwerden, heftige Schmerzen im Bauch und Rücken, eintreten, hat leider die Zerreißung der Bauchschlagader begonnen. Ohne schnelle Therapie verbluten fast alle Patienten. Sogar unter optimaler operativer und intensivmedizinischer Therapie sterben etwa 50% der Patienten. Wie beim Schlaganfall und Raucherbein liegt das Erfolgsgeheimnis in der Früherkennung. Durch eine sorgfältige Ultraschalluntersuchung (Duplex-Sonographie) der Bauchschlagader können wir feststellen, ob eine Aussackung des Gefäßes bei Ihnen vorliegt, wieweit sie fortgeschritten ist, wann und wie behandelt werden soll.

  1. Raynaud-Syndrom

Beim Ray­n­aud-Syn­drom han­delt es sich um eine Ge­fä­ßer­kran­kung, die mit Va­so­s­pas­men (Ge­fä­ß­ver­kramp­fun­gen) und Min­der­durch­bu­tung an den Fin­gern oder Zehen ein­her­geht.

Man un­ter­schei­det zwei For­men des Ray­n­aud-Syn­droms:

1. Pri­mä­res Ray­n­aud-Syn­drom

Das pri­mä­re ( idio­pa­thi­sche) Ray­n­aud-Syn­drom tritt ohne er­kenn­ba­re Ur­sa­chen auf. Es ist eine Aus­schluss­dia­gno­se.

2. Se­kun­dä­res Ray­n­aud-Syn­drom

Das se­kun­dä­re Ray­n­aud-Syn­drom ist eine Be­gleit­stö­rung, die auf an­de­re Ur­sa­chen zu­rück­ge­führt wer­den kann, z.B. auf

  • Autoimmunerkrankungen (Rheumatische Erkrankungen)
  • Sklerodermie
  • Lupus erythematodes
  • Crest Syndrom
  • Kälteagglutininkrankheit
  • Kryoglobulinämie
  • Degenerative Gefäßveränderungen
  • Arteriosklerose
  • Verletzungen oder Überlastungen
  • Vibrationsbedingtes vasospastisches Syndrom(VVS)
  • Medikamente
  • Ergotaminpräparate
  • Zytostatika (Chemotherapie)
  • Betablocker (Blutdrucksenker)

Eine ein­ge­hen­de Er­he­bung der Ana­mne­se (Vor­ge­schich­te und Sym­pto­me), eine kör­per­li­che Un­ter­su­chung, la­bord­ia­gnos­ti­sche Be­stim­mun­gen (bzw. Aus­schluss einer Er­hö­hung) der Au­to­im­mun­an­ti­kör­per, eine Mes­sung des Knö­chel-Arm-In­dex und eine farb­du­plex­so­no­gra­phi­sche Un­ter­su­chung der Ar­te­ri­en er­brin­gen Ge­wiss­heit über die Form der vor­lie­gen­den Stö­rung. Hier­von ab­hän­gig er­ge­ben sich the­ra­peu­ti­sche Emp­feh­lun­gen, die ein­ge­hend mit Ihnen be­spro­chen wer­den.

  1. Organisch bedingter Bluthochdruck

Die 2 Formen des Bluthochdrucks

Normalerweise hat Bluthochdruck keine nachweisbare Ursache. Dann nennen ihn Mediziner essentiellen oder primären Bluthochdruck. Diese Erkrankungsform entwickelt sich normalerweise über mehrere Jahre hinweg.

Sekundärer Bluthochdruck wird im Gegensatz dazu durch eine organische Ursache hervorgerufen. Bei beiden Arten von Bluthochdruck ist es wichtig, die Blutdruckwerte zu kontrollieren, damit keine weiteren Gesundheitsprobleme entstehen. Denn ein hoher Blutdruck erhöht beispielsweise das Schlaganfallrisiko. Als mögliche Ursache kommt eine zugrunde liegende Erkrankung in Frage.

Den organischen Ursachen auf der Spur

Eine plötzliche Erhöhung des Blutdrucks kann durch eine Reihe von Erkrankungen hervorgerufen werden. Zu den Erkrankungen der Nieren, Nebennieren und Schilddrüse, die eine sekundäre Hypertonie verursachen können, gehört unter anderem:

  • Die renovaskuläre Hypertonie – Bei dieser Erkrankung ist die Nierenarterie verengt, das große Gefäß, das die Nieren mit sauerstoffreichem Blut versorgt. Dadurch wird die betroffene Niere schlechter durchblutet. Bei älteren Erwachsenen ist die renovaskuläre Hypertonie normalerweise mit der Bildung von Ablagerungen (so genannten Plaques) in den Arterien verknüpft. Mediziner nennen diesen Zustand Arteriosklerose. Die Verengung der Nierenarterie kann zu einer chronischen Niereninsuffizienz und Bluthochdruck führen. Der Nachweis verengter Nierenarterien gelingt meist mittels Farbduplexsonographie, die am besten am nüchternen und entblähten (Medikamente zur Darmgasreduktion vor der Untersuchung) Patienten – also in den Morgenstunden – erfolgen sollte.

Gegebenfalls müssen weitere Untersuchungen (NMR-Angiographie, Kontrastmittelangiographie) erfolgen. Unter Umständen wird eine Ballonkatheterangioplastie durchgeführt, bei der die Gefäße mittels eines aufblasbaren Ballons aufgedehnt werden. Dabei kann gleichzeitig ein Stent (ein netz- oder spiralförmiges Metallstück) in die Arterie eingesetzt werden, um sie dauerhaft offen zu halten. Operationen, bei denen die zerstörte oder verengte Arterie entfernt oder mit einem Bypass umgangen wird, sind weniger häufig. Renovaskuläre Hypertonie kann auch durch fibromuskuläre Dysplasie hervorgerufen werden, insbesondere bei jungen Frauen. Bei dieser Krankheit verdicken sich die Wände der Arterien, auch die der Nierenarterie, aus unbekannten Gründen.

  1. Schaufensterkrankheit

Durchblutung gestört:Wenn Gehen zur Qual wird

Die Schaufensterkrankheit – ein Begriff, den viele schon einmal gehört haben, ohne genau zu wissen, was sich dahinter verbirgt. „Claudicato intermittens“ – so die andere Bezeichnung – beschreibt die auftretenden Symptome ziemlich genau, bedeutet es doch so viel wie „Immer wieder auftretendes Hinken“. Und tatsächlich klagen zahlreiche Betroffene nach einer bestimmten Gehstrecke über Schmerzen zumeist in der Wadenmuskulatur, die sie zum Stehenbleiben zwingen. Weil viele sich ihre Beschwerden nicht anmerken lassen wollen, bleiben sie oft und in regelmäßigen Abständen vor Schaufenstern stehen – daher der Name „Schaufensterkrankheit“.

Die Diagnostik dieser arteriellen Verengungs- bzw. Verschlusserkrankung erfolgt mittels eingehender Befragung und körperlicher Untersuchung des Gefäßsystems, der Messung des Knöchel-Arm-Druckes sowie nachfolgend der farbduplexsonographischen Untersuchung (Computerultraschall mit direkter Darstellung des Blutflusses in den Gefäßen) mit modernsten High-End-Ultraschallgeräten.

Abhängig vom Untersuchungsergebnis erstellen wir in Abstimmung mit dem Patienten ein individuell passendes Therapiekonzept (Risikofaktorenbestimmung und – behandlung, medikamentöse Therapie inklusive ggf. Prostavasininfusionen ambulant in unserer Praxis, ggf. wenn nötig weiterführende Diagnostik, ggf. stationäre Behandlung (Infusionen, Katheteraufdehnungen (sog. PTA) oder operative Maßnahmen (Bypass)).

Hier besteht eine enge Kooperation mit umliegenden stationären Einrichtungen.

 



PDF Material zum Download:

Arterielle Verschlusskrankheit.pdf

Durchblutung gestört: Wenn gehen zur Qual wird.pdf