Venen

Zu den Venenerkrankungen zählen Varizen (Krampfadern), die tiefe Venenschwäche (chronisch venöse Insuffizienz), die tiefe Beinvenenthrombose und ihre Folgen sowie die Besenreiser. Krampfadern gehören heute zu den häufigsten Erkrankungen in Europa. Sie sind meistens nicht lebensbedrohlich, verursachen jedoch Beschwerden und beeinträchtigen die Lebensqualität der Betroffenen erheblich.

Die chronisch venöse Insuffizienz ist eine häufige Ursache von Beinschwellungen und kann in ausgeprägten Fällen zu offenen Beinen führen. Die Thrombose der tiefen Beinvenen stellt ein potentiell lebensbedrohliches Krankheitsbild dar (Gefahr einer Lungenembolie). Ob bei Ihnen ein Thromboserisiko besteht, können wir mit unserer speziellen Diagnostik eindeutig abklären und eventuell notwendige Maßnahmen einleiten.

 

  1. Venensprechstunde für Schwangere

Pro­phy­la­xe und Be­hand­lung der Ve­nen­er­kran­kung in der Schwan­ger­schaft be­darf eines fun­dier­ten Fach­wis­sens. Jede the­ra­peu­ti­sche Maß­nah­me muss die hor­mo­nel­len Ver­än­de­run­gen in der Schwan­ger­schaft be­rück­sich­ti­gen und in ers­ter Linie die Ge­sund­heit der Mut­ter und Kind vor Augen haben.

Durch den An­stieg des Schwan­ger­schafts­hor­mons Ges­ta­gen wer­den Venen er­wei­tert. Da­durch ent­steht eine „na­tür­li­che“ Schwel­lung der Beine. Der Druck der ver­grö­ßer­ten Ge­bär­mut­ter in den letz­ten Mo­na­ten der Schwan­ger­schaft, ver­stärkt zu­sätz­lich die Schwel­lung der Beine.

  • Wie werden Krampfadern in der Schwangerschaft behandelt?
  • Wann soll man einen Kompressionsstrumpf tragen?
  • Wie soll man eine schwangere Frau behandeln, wenn sie früher eine Thrombose in der oberflächlichen oder tiefen Vene hatte?
  • Wie behandelt man eine schwangere Frau, die jetzt eine frische Venenthrombose hat?
  • Welche Medikamente (Antikoagulantien) und in welcher Dosierung werden verabreicht, so dass dem Kind kein Schaden zugefügt wird?
  • Wie behandelt mit eine schwangere Frau, die angeborene oder erworbene Gerinnungsdefekte hat?
  • Welche prophylaktischen Maßnahmen soll eine Frau berücksichtigen, die schon in der Vergangenheit eine Venenthrombose hatte und jetzt schwanger werden möchte?

Diese und ähn­lich Fra­gen rund um Pro­phy­la­xe, Dia­gnos­tik und The­ra­pie der Ve­nen­er­kran­kun­gen in der Schwan­ger­schaft sind Ge­gen­stand die­ser von uns an­ge­bo­te­nen Spe­zi­al­sprech­stun­de.

  1. Chronisch-venöse Insuffizienz / Leitvenenschwäche / Schwäche der tiefen Venen

Bei einer chronisch-venösen Insuffizienz ist der Rückfluss des Bluts zum Herzen gestört und es kommt zu einem lokalen Überdruck im venösen System der Beine. Dies führt zu erweiterten Venen, Krampfadern, schweren und schmerzenden Beinen mit Schwellungen, Haut- und Gewebeveränderungen und im Endstadium zu Unterschenkelgeschwüren. Zu den Risikofaktoren gehört das Alter, das weibliche Geschlecht, eine Schwangerschaft, langes Stehen und Sitzen und Übergewicht. Als Mittel der 1. Wahl zur Behandlung gelten Kompressionsstrümpfe, das Hochlagern der Beine und Lebensstilveränderungen. Eine Reihe mehrheitlich pflanzlicher Venenmittel kann unterstützend eingesetzt werden.

Hintergrund

Das periphere venöse System in den Beinen dient als Reservoir und als Leitung, um das Blut zurück zum Herzen zu transportieren. Das venöse Blut wird durch Muskelkontraktionen in den Füssen, der Wade und im Oberschenkel gegen die Schwerkraft zum Herzen befördert. Die zahlreichen Venenklappen sorgen dafür, dass kein Rückfluss in die Gegenrichtung zu den Füssen stattfindet.

Symptome

Bei einer Venenschwäche ist der normale Rückfluss aufgrund verschiedener Ursachen gestört. Es kommt an den Beinen, vor allem am Knöchel und Unterschenkel zu den folgenden Beschwerden:

  • Oberflächliche Venenerweiterungen: Varizen, Besenreiser, Krampfadern
  • Schmerzen und Schweregefühl, müde Beine
  • Flüssigkeitsansammlung, Schwellungen,
  • Wadenkrämpfe
  • Juckreiz, Gefühlsveränderungen, Spannungsgefühl, Kribbeln, Unruhegefühl, Brennen
  • Hautveränderungen: Pigmentierungen durch die Einlagerung von Hämosiderin, Ekzeme, Gewebsveränderungen wie Verhärtungen, Fibrose (Lipodermatosklerose), Atrophie blanche
  • Ulzerationen (Unterschenkelgeschwür), meist beim Knöchel

Beschwerden wie Schmerzen und Schwellungen treten vor allem im Stehen und Sitzen auf und bessern während dem Liegen und in der Nacht.

Ursachen

Als Hauptursache für die Beschwerden wird ein Rückstau des Bluts in den Venen und ein daraus entstehender Überdruck angesehen. Dies wird ausgelöst durch ungenügend funktionierende Venenklappen, eine venöse Obstruktion, eine Fehlfunktion der Muskelpumpe oder Kombinationen dieser Faktoren. Der Überdruck führt unter anderem zu einer Gefäßerweiterung und -schädigung, Veränderungen der Mikrozirkulation, Entzündungsprozessen und einer Schädigung der kleinsten Gefäße. Die meisten Venenbeschwerden sind primär idiopathisch (Ursache unbekannt) oder entstehen sekundär als Folge einer Erkrankung, üblicherweise nach einer tiefen Venenthrombose. In selteneren Fällen besteht das Problem von Geburt an (kongential).

Komplikationen

Die erweiterten oberflächlichen Venen sind kosmetisch störend und können ein ästhetisches und psychosoziales Problem darstellen, das die Lebensqualität negativ beeinflusst. Unterschenkelgeschwüre benötigen eine lange Behandlungsdauer und können nach der Abheilung erneut chronisch auftreten. Sie können im Alltag eine schwere Behinderung darstellen. Weitere Komplikationen sind eine schlechte Mobilität, verzögerte Wundheilung, Infektionen und eine Entzündung des Unterhautzellgewebes (Zellulitis)

Risikofaktoren

  • Alter
  • Weibliches Geschlecht
  • Schwangerschaft
  • Vererbung
  • Übergewicht
  • Körpergröße
  • Rauchen
  • Vorausgegangene Beinverletzungen, tiefe Venenthrombose, Entzündung venöser Gefäße
  • Umweltfaktoren wie langes Stehen oder Sitzen (Beruf), wenig Bewegung und Sport
  • Leben in industrialisierten Ländern

Differentialdiagnosen / andere mögliche Ursachen

  • Akute, neue Beschwerden: Tiefe Venenthrombose
  • Nierenerkrankungen
  • Lebererkrankungen
  • Herzinsuffizienz
  • Endokrine Erkrankungen
  • Unerwünschte Wirkung von Medikamenten wie einigen Blutdrucksenkern, Entzündungshemmern (NSAR) und Antidiabetika
  • Lokale Beschwerden, z.B. ein Bluterguss des Bindegewebes
  • Weitere

Nicht-medikamentöse Therapie

Eine Kompressionstherapie mit Kompressionsstrümpfen ist das Mittel der 1. Wahl. Kompressionsstrümpfe sind nachgewiesenermaßen wirksam gegen die Beschwerden und Komplikationen der Venenschwäche, wenn sie häufig genug getragen werden. Bei leichten Beschwerden reichen Strümpfe mit einer niedrigen Kompression aus (Klasse 1), bei stärkeren Beschwerden, Hautveränderungen oder Ulzerationen sollen Strümpfe mit einer höheren Kompression angelegt werden (Klasse 2, 3). Kompressionsstrümpfe werden auch zur Vorbeugung von Venenleiden und zur Rezidivprophylaxe von Ulzerationen verwendet. Unterstützende Maßnahmen:

  • Mehrmals täglich die Beine über Herzhöhe hochlagern.
  • Sich mehr bewegen und Sport treiben, um die Muskelpumpe zu aktivieren.
  • Nicht zu lange stehen oder sitzen.
  • Das erhöhte Gewicht reduzieren.
  • Mit dem Rauchen aufhören.
  • Hitze meiden und die Beine kühlen.

Schmerzen treten vor allem beim Stehen und Sitzen auf und bessern beim Tragen von Stützstrümpfen, Gehen, Liegen und beim Hochlagern der Beine. Einige Patienten schlafen deshalb auch mit leicht hochgelagerten Beinen.

Medikamentöse Therapie

Topische und orale Venenmittel sollen die Gefässe abdichten und stärken, die erhöhte Permeabilität senken, Entzündungen hemmen, die Wundheilung verbessern und Ödeme reduzieren. Lokal als Gel, Creme oder Salbe aufgetragen haben sie zusätzlich einen kühlenden oder hautpflegenden Effekt; auch durch das Einreiben wirken sie kurzfristig symptomlindernd:

  • (Flavonoide)
  • Pflanzliche Venenmittel (Mäusedornextrakte, Rosskastanienextrakte, Extrakte aus rotem Weinlaub u.a.)

Schmerzmittel:

  • werden zur symptomatischen Behandlung von Schmerzen eingenommen. Sie sollen aufgrund der unerwünschten Wirkungen wenn möglich nicht regelmäßig verwendet werden.

Topische Glucocorticoide:

  • sind antientzündlich und werden gegen ekzematöse Hauterkrankungen eingesetzt.

Wundbehandlung:

  • Behandlung von Geschwüren mit modernen Wundauflagen (hier kooperieren wir mit dem ambulanten Wundtherapieteam von Regina Dannhauser). Von der Anwendung topischer Desinfektionsmittel und topischer Antibiotika wird in der Literatur abgeraten, da sie zu lokalen unerwünschten Wirkungen führen und die Wundheilung verzögern können. Orale Antibiotika sollten nur angewendet werden, wenn die Ulzerationen offensichtlich infiziert sind.

Diuretika:

  • werden in einigen Fällen kurzfristig zur Entwässerung bei schwerem Ödem angewendet. Einige Patientinnen unternehmen in der Selbstmedikation auch Therapieversuche mit pflanzlichen Diuretika.

Diagnose:

  • Die Diagnose erfolgt aufgrund der Anamnese, der körperlichen Untersuchung und der apparativen farbduplexsonographischen Darstellung und Funktionsuntersuchung des tiefen Venensystems. Weitere mögliche Ursachen von Schwellungen der Beine wie Lymphödeme, Krampfadern sowie eine Herzschwäche (Echokardiographie) oder Nierenschwäche (Sonographie, Nierenwerte im Blut) werden ggf. ausgeschlossen.
  1. Thrombophilie / Thromboseneigung

Unter Thrombophilie versteht man eine Neigung zur Thrombosebildung welche genetisch oder erworben sein kann. Menschen mit dieser Neigung weisen Störungen des Gerinnungssystems auf. In den letzten Jahren ist es den Wissenschaftlern gelungen, mit Hilfe von molekularbiologischen Methoden, viele solche genetische Defekte aufzuklären. Wir wissen heute vieles über die angeborenen und erworbenen Gerinnungsstörungen, aber eine ursächliche (kausale) Therapie der Krankheiten ist kaum möglich. Gerade deshalb ist eine ausgiebige Aufklärung und Betreuung der betroffenen Patienten sehr wichtig. Die folgenden Fragen und Ähnliches beschäftigen uns, als beratende Ärzte, und unsere Patienten in der Thrombophilie-Sprechstunde:

  • Soll man bei jedem Patienten nach einer Venenthrombose eine Thrombophilie-Diagnostik veranlassen?
  • Müssen die Angehörige und Kinder eines Patienten mit Thrombophilie untersucht werden?
  • Ist eine langfristige Antikoagulation (Verdünnung des Blutes durch Medikamente) bei einer Thrombose notwendig?
  • Wie soll sich ein Patient mit Thrombophilie verhalten, wenn bei ihm eine Operation vorgesehen ist?
  • Wie soll er sich auf einer langen Flugreise verhalten?
  • Soll er langfristig Kompressionsstrumpf tragen?
  • Kann eine junge Frau mit Thrombophilie, die früher eine Venenthrombose hatte, noch Kinder bekommen?
  1. Thrombose

Unter Thrombose versteht man den Verschluss einer Vene durch ein Blutgerinnsel (Thrombus). Am häufigsten sind die tiefen Beinvenen vom Unterschenkel bis zur Beckenvene betroffen. Eine Thrombose in den Armvenen kommt seltener vor. Unter bestimmten Bedingungen erhöht sich das Risiko der Entstehung einer Thrombose.

Risikofaktoren

  • Bettlägerigkeit jeglicher Ursache
  • Zustand nach Operationen
  • Ruhigstellung des Beines z. B. bei einem Gipsverband
  • Angeborene Gerinnungsstörungen/ Thrombophilie
  • Östrogene (Pille usw.)
  • Begleitende Krebskrankheit
  • Herzinsuffizienz

Symptome und Diagnostik

Die typischen Beschwerden bzw. Zeichen der tiefen Venenthrombose, wie Schwellung, Schmerzen oder Blauverfärbung des Beines sind nicht immer eindeutig vorhanden. Bei ambulanten Patienten wird sie deshalb in bis zu 30% und bei bettlägerigen Patienten sogar bis zu 80% übersehen. Deshalb ist es äußerst wichtig bei Verdacht sofort einen Gefäßspezialisten aufzusuchen, um die Diagnose einer tiefen Venenthrombose abzuklären. Die Abklärung erfolgt zum einen durch eine klinische Untersuchung und durch ein bildgebendes Verfahren (meistens eine Ultraschalluntersuchung, die sog. Farbduplexsonographie) und begleitende Laboruntersuchungen, die als Spezialschnelltest (D-Dimere) sofort in unserer Praxis erfolgen können. Weiterführende radiologische Untersuchungen sind bei der Verwendung von High-End-Ultraschallgeräten – wie wir sie verwenden – kaum noch nötig.

Behandlung

Heutzutage werden die meisten der Patienten mit einer Venenthrombose mit Blut verdünnenden Medikamenten (Antikoagulation) und Kompression behandelt. Dies wird in überwiegender Zahl der Patienten ambulant durchgeführt. Die Dauer der medikamentösen Therapie richtet sich nach der Lokalisation und dem Ausmaß der Thrombose sowie den eventuell begleitenden Risikofaktoren z. B. einer angeborenen Gerinnungsstörung. Diese Therapie kann von 3 Monaten bis 12 Monaten bis zu lebenslänglich erforderlich sein. Zur Unterstützung der Therapie besonders zur Abschwellung ist das Anlegen von Kompressionsverbänden und anschließend das Tragen von Kompressionsstrümpfen erforderlich.

 

  1. Varikosis (Krampfadern)

Krampfadern sind dauerhaft erweiterte, unregelmäßig geschlängelte Venen. Sie kommen vor allem an den Beinen vor, mitunter auch im Beckenbereich. Etwa die Hälfte aller Mitteleuropäer im Alter zwischen 25 und 74 Jahren leidet unter den häufig stark hervortretenden Adern, nicht zuletzt aus ästhetischen Gründen. Auch die „Minimalvariante“, die eigentlich harmlosen Besenreiser – kleinste, erweiterte Hautvenen – empfinden viele Betroffene als kosmetisch störend.

Die Ursachen des Krampfaderleidens sind vielfältig. Als primäre Varikose beruht es in erster Linie auf einer Venenwandschwäche. Viele Menschen haben eine Veranlagung zur Bindegewebs- und Venenschwäche und neigen dann auch zu Krampfadern. Zudem begünstigen Bewegungsmangel, Übergewicht und stehende berufliche Tätigkeit das Venenleiden. Es betrifft deutlich mehr Frauen als Männer. Unter dem hormonellen Einfluss in der Schwangerschaft lockert sich das Muskel- und Bindegewebe. Das gilt auch für die Venen. Je mehr Schwangerschaften, umso ausgeprägter ist die Tendenz, dass die Venen nachgeben. Zudem erschwert in der Schwangerschaft die sich vergrößernde Gebärmutter den Abfluss des Blutes aus den Beinen.

Erste Symptome sind schwere, müde oder schmerzende Beine und Schwellneigung , vor allem nach langem Stehen oder Sitzen. Betroffene Frauen leiden kurz vor der Menstruation verstärkt darunter. Abends und bei warmen Temperaturen nehmen die Beschwerden zu, bessern sich aber nach Hochlagerung oder Kühlung der Beine. Wadenkrämpfe gehören nicht zu den typischen Beschwerden. Wenn erweiterte Adern sich unter der Haut abzeichnen oder in Form von Schlängelungen und Knoten hervortreten, nimmt das Venenleiden deutlich sichtbare Züge an.

Möglichst schon bei den ersten Anzeichen, die auf ein Venenproblem hinweisen, ist der Rat eines Venenspezialisten (Phlebologen) gefragt. Zum einen bessern meist schon einfache, gezielte Maßnahmen die Beschwerden in den Beinen. Zum anderen helfen rechtzeitige Diagnose und Therapie, ein Fortschreiten der Krankheit aufzuhalten und Komplikationen zu vermeiden. Neben den mitgeteilten Symptomen und Hinweisen auf eine familiäre Veranlagung zu Krampfadern führen die körperliche Untersuchung und eine Farbduplexsonografie der Venen auf die Spur.

Krampfadern ziehen mitunter Komplikationen nach sich. So kann sich eine erweiterte Hautvene entzünden. Häufig bildet sich an der entsprechenden Stelle auch ein Blutgerinnsel, welches das Gefäß verschließt (Varikophlebitis). Das ist sehr schmerzhaft, der entzündete Bereich schwillt an und rötet sich. Außerdem kann sich das Blutgerinnsel bis in die tiefe Venenstrombahn hinein fortsetzen. Dann ist das Risiko von Lungenembolien erhöht. In dem Zusammenhang der Rat, bei ungewöhnlichen Schmerzen oder Schwellungen im Bein sofort ärztlichen Rat einzuholen, bei plötzlicher Atemnot und Brustschmerzen umgehend den Notarzt zu rufen.

Auf Dauer überlastet bei maßgeblicher Varikose das in den oberflächlichen Venen zirkulierende hohe Blutvolumen letztendlich auch die tiefen Venen, was zu chronischen Schwellungen (Ödemen) des Beines führt. Zudem können sich nach langjähriger Krampfaderkrankheit Hautveränderungen und Gewebeschäden bis hin zu Geschwüren entwickeln, mit anderen Worten: ein offenes Bein oder Ulcus cruris. Diese Komplikationen treten häufig in der Knöchelgegend auf.

Jedoch sind Krampfadern und ein offenes Bein manchmal auch Folge einer tiefen Venenthrombose. Darunter versteht man den Verschluss in der tiefen Venenstrombahn durch Blutgerinnsel. Solche Thrombosen treten vor allem an den Bein- und / oder Beckenvenen auf. In diesem Fall spricht der Arzt von einer sekundären Varikose. An den Arm- und Schultervenen kommen Thrombosen seltener vor.

Oft wird gefragt, ob man vorbeugend etwas gegen das Krampfaderleiden tun kann. Die Antwort lautet: bedingt ja. Eine gesunde Lebensweise, Gewichtskontrolle, Ausdauersportarten, Venengymnastik und kalte Unterschenkel- oder Kniegüsse nach Kneipp wirken in dieser Richtung.

Häufig ist bei den Betroffenen aber doch schon eine Therapie nötig. Der Gefäßspezialist kann die Verhältnisse an den Beinvenen und ihre Behandlungsbedürftigkeit überprüfen und geeignete Wege vorschlagen. Infrage kommen konservative und operative Maßnahmen. Ausschlaggebend sind immer die Art der Erkrankung – der Krampfadertyp – und ihre Ausprägung. Zum Einsatz kommen Verfahren wie Kompressionsbehandlung, Verödung, Laser- und Radiowellentherapie oder eine Operation .